Die Kultur Georgiens hat sich im Laufe der langen Geschichte des Landes entwickelt und ihm eine einzigartige nationale Kultur und eine starke literarische Tradition auf Basis der georgischen Sprache und des Alphabets verliehen (das georgische Alphabet wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. erfunden und 284 v. Chr. von König Parnavaz I. von Iberien reformiert). Dies hat ein starkes Nationalbewusstsein geschaffen, das dazu beigetragen hat, die georgische Eigenart trotz wiederholter Zeiten ausländischer Besatzung und versuchter Assimilation zu bewahren.
Die Georgier sind zu Recht stolz auf ihre Tradition des polyphonen Gesangs. Sein einzigartiger, leicht dissonanter Stil versetzt den Hörer sofort in die Berglandschaften der Urgeschichte. Niemand weiß, woher sie kommen. Der griechische Historiker Strabo berichtet von den mehrstimmigen Gesängen der Georgier, die im 1. Jahrhundert v. Chr. in die Schlacht ritten. Am interessantesten für den Besucher ist, dass die dreistimmigen Lieder vollständig in die moderne Kultur integriert sind, nicht nur in den Kirchen und Klöstern, sondern auch rund um die georgische Tafel.
Georgischer Tanz bleibt, wie seine polyphonen Lieder, ein wichtiger kultureller Export. Die georgische Staats-Tanzgruppe tourt den Großteil des Jahres um die Welt. Praktisch jedes georgische Kind lernt den traditionellen Tanz in der Schule, und die Kinder tanzen so energisch wie die Erwachsenen. Wenige der männlichen Tanztraditionen der Welt sind so energiegeladen, oder die weiblichen so erhaben und schön kostümiert. Aufführungen sind häufig und gehören zu den kraftvollsten Erinnerungen an jeden Besuch in Georgien.